Was haben Yoga, Musik und Entspannung für dich miteinander zu tun?

Zunächst einmal würde ich Yoga, Musik und Entspannung als meine Hobbies, meinen Beruf und meine besten Freunde in so manch schwieriger Lebenssituation bezeichnen. Ich assoziiere auch mit Yoga und mit Entspannung den Begriff Schwingung: Musik, die mich in eine Schwingung versetzt. Der Atem, der gleichmäßig ein- und ausströmt wie eine Welle. Energien, die durch mich durchfließen. Flow-Bewegungen im Yoga. In Resonanz gehen mit Menschen und Situationen. Alles schwingt und klingt, wenn es fließen kann.

Yoga und Musik berühren mich immer wieder tief und helfen mir auf der Reise zu mir selbst. Ich bin überzeugt von der ausgleichenden Wirkung, ja und vorallem der Wichtigkeit von Entspannung, die ich sowohl im Yoga als auch mit Musik erlebe.

Ich bezeichne Yoga und Klang gerne als Reise nach innen, in der sich Gefühle der Ruhe und Heilung oder einfach nur ein Gefühl von Glücklichsein und Gelassenheit ausbreiten kann.

Die berufliche Verbindung von Yoga, Musik und Entspannung im Unterricht ist für mich persönlich nur die logische Konsequenz meiner Fähigkeiten und erlernten Berufe.

 

Funktioniert die Kombination Yoga, Musik und Entspannung denn bei jedem?
Muss ich dafür musikalisch sein?

Genau genommen sind Atem und Herzschlag schon die ersten Rhythmen, denen wir im Yoga und im Achtsamkeitstraining aufmerksam nachspüren. Die Wellen unserer Gedanken, das Zucken unserer Muskeln, die aufkommenden Widerstände – alles Teil unseres inneren Klangs. Ein Musiker hingegen, der in das Gefühl eines Songs eintaucht oder sich beim Schreiben mit der Quelle aller Ideen verbunden fühlt, erlebt ebenfalls das Gefühl von Yoga (Einheit, Harmonie). Die Verbindung von Yoga, Musik und Entspannung ist immer da und bedarf keiner Vorkenntnisse oder Talente. Musik besteht aus Schwingung und diese überträgt sich nicht nur übers Gehör. Bestimmte Klänge stimulieren unser Gehirn und wirken entspannend auf unseren Körper. Musik weckt in uns Gefühle, Erinnerungen und Assoziationen. Dies kann für jeden ein intensives Erlebnis sein, ob er musikalische Vorerfahrung hat oder nicht.

Der Einsatz von Musik und Klang bei Yoga- oder Entspannungsstunden wird von Teilnehmern als besonders beruhigend, herzöffnend und entspanned empfunden. Der eine erlebt es als inneren Heilungsprozess, der andere fühlt sich danach einfach entspannt und erfrischt. Bei Klangyogastunden handelt es sich um sanfte Asanas (Körperstellungen) kombiniert mit unaufdringlichen Klängen wie Klangschalen oder einer Sansula, die während der Asanas und/oder den Entspannungsphasen tiefgehend wirken können. Der Fokus liegt allerdings auf dem inneren Klang durch Klänge von außen, die dich in eine tiefe Ruhe, deine innere Stille führen. Auch die eigene Stimme kann zum Einsatz kommen z.B. beim Tönen, Summen, Chanten, Chakra-Vokalsingen oder beim gemeinsamen Musizieren.

 

Kann ich denn auch nur Yoga oder Musikunterricht bekommen?

Na klar. Ich gebe auch nur Gesangs- oder Klavierstunden und reine Yoga- oder Entspannungsstunden.
Den Schwerpunkt legst du fest.
Eine gewisse Verbindung besteht für mich ohnehin. Ich selbst habe im Gesangsunterricht meine ersten Atem- und Entspannungsübungen gelernt, von denen ich beim Yoga profitiere. Und die gute Haltung beim Klavier musste ich mir auch mit der ein oder anderen Körperübung angewöhnen.
Ob Musiker oder Yogi, beide streben nach einer guten Präsenz, nach Einklang, Stimmig-sein und nach guten Vibes.

 

Was macht deinen Unterricht aus? Welche Yoga- und Musikstile wendest du dabei an?

Ich würde meinen Unterricht als ganzheitliches Körper- & Geist-Erlebnis bezeichnen, in dem verschiedene Stile und Schulen ineinanderfließen. Ich schöpfe aus der Vielfalt verschiedener Ansätze und gebe das weiter, was ich gelernt und erlebt habe und wovon ich selbst überzeugt bin.
Wichtig ist mir beim Unterricht authentisch zu sein, mich nicht zu verstellen und den Humor nicht zu verlieren. Freude und Offenheit oder Lockerheit finde ich schon sehr wichtig.
Welche Stile ich anwende?
Yoga: Nun ja, ich habe eine klassische Hatha Yoga Ausbildung gemacht, die den Fokus auf die Gesunderhaltung des Körpers legt durch Atemübungen, Körperstellungen, gesunde Ernährung, Meditation und Tiefenentspannung. Die Ernährung kommt in meinem Unterricht allerdings meist zu kurz. Ich praktiziere auch Yin Yoga, Ashtanga Yoga, Acro Yoga, klar Mantra und Nada Yoga und weitere. Ich unterrichte zudem Schwangeren Yoga, Power Yoga, Pilates und Rückentraining. Neben Yoga habe ich 3 Jahre regelmäßig Qi Gong praktiziert und mich intensiv mit der Traditionell Chinesischen Medizin beschäftigt. Meine Interessengebiete fließen zunehmend ineinander und in meinen Unterricht mit ein.

Musik: Ich würde mich auf keinen festen Stil im Unterricht festlegen wollen, da ich dies vom Ziel der Unterrichtseinheit, der Situation und dem Musikgeschmack des Schülers abhängig mache. Generell kann ich sagen: Im Klavierunterricht verwende ich am Anfang gerne einfache Kinder-, Volks-, ethnische und Pop-Lieder, im Gesangsunterricht eher Pop, Rock, Jazz, Soul und im Rhythmusbereich eignen sich besonders afrikanische sowie lateinamerikanische Rhythmen. Während Yogastunden benutze ich gerne Klangschalen, die Sansula, meine Stimme und Rhythmusinstrumente sowie angenehme Lounge und Entspannungsmusik oder Naturklänge.

 

Wie kamst du zum Unterrichten?

Ich hatte eigentlich nie vor zu unterrichten. Ich wollte lieber selbst auf der Bühne stehen oder meine eigene Yogapraxis vertiefen und mich in Entspannung üben. Doch irgendwie ergab es sich in meinem Leben so, dass ich eher zufällig Gelegenheiten bekam zu unterrichten, mir das ziemlichen Spaß machte und meine Schüler zu begreifen schienen, was ich ihnen erklärte. Sie konnten es teilweise besser umsetzen als ich selbst. Bereits während meines Musikwissenschaftsstudiums bekam ich die Anfrage von der Modern Music School Köln, deren Gesangslehrerin ausgefallen war, ob ich kurzfristig einspringen könnte. Daraus wurde eine langjährige Zusammenarbeit, während der ich einige Schüler ins Studium an der Hochschule für Musik begleitete. Ich selber habe nie Musik studiert, jedoch viel Unterricht genommen und praktiziert. Und auch eher zufällig fragte mich ein Freund, ob ich nicht Klavierunterricht an Grundschulen anbieten wollte, er hatte bereits eine Plattform aufgebaut. Beim Yoga war es ein Verein, in dem ich ehrenamtlich unterrichtete, lange bevor ich meine Prüfung absolviert habe. Es war meist der Sprung ins kalte Wasser und der Spaß daran, Menschen etwas zugänglich zu machen, etwas weitergeben zu können. Ich bin sehr dankbar für meine vielen Musik- und Yoga-Schüler, die mir ihr Feedback schenken, von denen ich in jeder Stunde etwas lerne oder mitnehme und die auch dafür verantwortlich sind, dass ich weiterhin unterrichten werde.

 

Wie kann Musik heilen?

Musik ist ein Medium, das jeden berührt; eine Sprache, die jeder spricht. Musik gelangt bis in die verwinkeltsten Ecken unseres Bewusstseins, denn Musik besteht aus Schwingungen, die sich auf unser Schwingungsfeld übertragen. Sanfte Klänge, in und um uns, sind wohltuend und entspannend. Wir erfahren durch sie einen Zustand der absoluten Zufriedenheit und können uns emotional leichter öffnen. Dies wirkt sich wiederum positiv auf unsere körperliche und geistige Verfassung und somit auf unsere Gesundheit aus. Sobald wir aktiv Musik machen, Rhythmen und Töne entstehen lassen, betreten wir Bereiche, die man der Musiktherapie zuschreiben kann. Jeder, der schon mal einen Drum Circle, TaKeTiNa, Body oder Vocal Percussion oder Mantra/Kirtan erlebt hat, kennt dieses wahnsinnig verbindende und befreiende Gefühl: wenn man gemeinsam Musik macht und einen Klangteppich entstehen lässt, der auch nach der Session noch lange in einem nachschwingt.

Wie kann Yoga heilen?

Yoga ist ein ganzheitliches Übungssystem, das auf Körper, Geist und Seele wirkt. Die Harmonisierung ist wissenschaftlich nachgewiesen, weshalb sich inzwischen auch die Krankenkassen an den Kosten für Yoga-Kurse beteiligen. Jeder, der schon mal eine gute Yogastunde erlebt hat (ich meine nicht gerade die Yogastunde im Fitnessstudio), hat die folgenden Wirkungen erfahren können:

• Mehr Energie und neue Vitalität
• Ein vorher nicht gekanntes Gefühl der völligen Entspannung
• Geistige Klarheit und Verbesserung der Konzentration
• Neues Selbstvertrauen
• Reduzierung von Schulter- und Nackenverspannungen
• Stärkung des Immunsystems

Eine Yogastunde pro Woche kann schon ausreichen, um diese Wirkungen zu erfahren und zu lernen, einfache Atem-, Dehn- und Entspannungsübungen in den Alltag zu integrieren. Bei längerem, regelmäßigen Üben wirkt sich Yoga nicht nur positiv auf den Körper aus. Die gesamte Wahrnehmung wird feiner, die Achtsamkeit unterstützt uns dabei den Kreislauf der Gedanken, Emotionen und Muster zu verlassen, wodurch sich Lebensumstände, Intuition und Kreativität verbessern. Du lernst recht schnell durch Yoga dein Leben aus einer neuen Perspektive zu betrachten und die Verantwortung für dein Leben besser in die Hand zu nehmen.
Bei sehr intensiver Yogapraxis kommt es unter Umständen zu einer Erweiterung des Bewusstseins, die ein Schritt zum höchstem Ziel im Yoga führen kann: der Vereinigung mit dem wahren Selbst.